(40) Autonomietraining: Raus aus der Abhängigkeits-Falle

Die Selbstzweifel- und Sorgen-Typen haben in den vergangenen beiden Artikel bereits erste Anregungen erhalten, wie sie ihrem Fallenverhalten in Stresssituationen entkommen können.

Auch den Abhängigkeits-Typen kann geholfen werden, aus dem negativen Verhaltensmuster auszusteigen, um selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.

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Das verursacht dem Abhängigkeits-Typ Stress

Abhängigkeits-Typen im Denkmodell der Psychographie fühlen sich in aller Regel für etwas verantwortlich, auf das sie keinen Einfluss nehmen können. So leiden sie zum Beispiel unter dem vermeintlich unethischen Verhalten anderer Menschen oder fühlen sich für deren vermeintliches Fehlverhalten verantwortlich.

Abhängigkeits-Typen identifizieren sich mit anderen so stark, dass sie glauben, sie wüssten was der andere denkt, was er will, fühlt und was gut oder schlecht für ihn ist.

Das lernt der Abhängigkeits-Typ im Autonomietraining

Als Abhängigkeits-Typ lernen Sie im Autonomietraining sich wieder auf sich selbst, auf Ihr Leben und Ihre Gefühle zu konzentrieren.

Diese Fragen sollten sich alle Abhängigkeits-Typen stellen

Dem Abhängigkeits-Typ tut es sehr gut, sich in Stresssituationen die folgenden Fragen zu stellen:

  • „Wer ist dafür verantwortlich?“
  • „Welchen Stellenwert hat das belastende Thema auf einer Skala von 1-10 in meinem augenblicklichen Erleben? Zeigen Sie sich diesen Stellenwert bitte mit Ihren Händen.
  • Wenn ich auf das Ganze in meinem Leben schaue, welcher Stellenwert kommt dem belastenden Thema in meinem Leben tatsächlich zu? Zeigen Sie sich auch diesen Stellenwert bitte mit Ihren Händen. Fällt Ihnen etwas auf? Und wie fühlt sich das an?

Das tut dem Abhängigkeits-Typ gut

Der Abhängigkeits-Typ hat in seiner Kindheit (unbewusst) verboten bekommen, die beiden Seiten negativer Verhaltensweisen wahrzunehmen bzw. zu spüren. So hat er begonnen, Gefühle zu verdrängen.

Der Abhängigkeits-Typ lernt im Autonomietraining,

  • alte und neuen Erfahrungen zu unterscheiden
  • die positive Energie im Negativen zu erleben und das Verdrängte wieder zu integrieren
  • seine Situation wieder realistisch einschätzen zu können.

Diese Übung tut dem Abhängigkeits-Typ gut

Bitte setzen Sie das üble Verhalten oder die Person mit dem üblen Verhalten gedanklich auf einen leeren Stuhl. Lassen Sie sich Zeit, bis das, was Sie auf den Stuhl setzen wollen, auch tatsächlich dort sitzt.

Sagen Sie diesem Verhalten oder dieser Person auf diesem Stuhl nun in Gedanken oder auch laut ausgesprochen, wie es Ihnen damit geht: direkt, ungeschminkt und emotional.

Nun setzen Sie sich bitte auf den Stuhl und nehmen Sie wahr, welche Gefühle oder Gedanken in Ihnen aufsteigen. Nehmen Sie sich auch hier wieder Zeit. Manchmal stellen sich die Erkenntnisse sehr schnell ein, manchmal dauert es auch eine Weile.

Wenn Sie zu den Abhängigkeits-Typen gehören, werden Sie mit Erstaunen feststellen, dass das was Sie wahrnehmen etwas Positives ist. Es stellen sich gute Gefühle ein, und es wird einem eine Last von der Seele genommen. Man hat auf einmal den Eindruck, dass alles nur noch halb so schlimm oder belastend ist.

Nicht selten schauen mich meine Klienten mit einem verwunderten Lächeln an, denn mit diesem Ergebnis haben sie nicht gerechnet.

Abgespaltene Seelenanteile wieder integrieren

Da die Abhängigkeits-Typen – wie bereits erwähnt – in ihrer Kindheit verboten bekamen, beide Seiten negativer Verhaltensweisen wahrzunehmen, haben sie durch die Unterdrückung der Gefühle die positive Seite verdrängt.

In dem Moment in dem sich der Abhängigkeits-Typ in die Energie der negativen Verhaltensweise begibt, nimmt er auch die verdrängte positive Seite wahr. Allein durch diese Übung bzw. das Wahrnehmen der anderen Seite nimmt er dieses Gefühl automaisch wieder in sich auf.

Er kennt und fühlt jetzt beide Seiten negativer Verhaltensweisen und ist nun in der Lage, durch die gewonnenen Erkenntnisse künftig selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.

Selbstverständlich können auch die Abhängigkeits-Typen die „Wunder-Übung“ aus Folge 38 durchführen und sich von Ihren guten Gefühlen leiten lassen.

Wenn sich mit den vorgestellten Übungen noch nicht der gewünschte Effekt einstellen sollte, dann kann Sie das Coaching auf dem Weg zu Ihrem Ziel unterstützen.

Es grüßt Sie ganz herzlich Ihre
Susanne Witschas

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