Schlagwort: Gesundheitscoaching

(33) Wenn der Körper schmerzt und die Seele weint

Heute erzähle ich die Geschichte eines Patienten, der immer um dieselbe Uhrzeit mit immer denselben Schmerzen aus dem Schlaf gerissen wurde. Und wie es verblüffend schnell gelang, wieder zu einem ungestörten Schlafverhalten zurückzukehren.

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Es ist einer der Tage, an denen ich mit keinen Überraschungen rechne. Alle meine Patientinnen und Patienten und deren Anliegen sind mir bekannt. Die anstehenden Behandlungen sind bereits im Vorfeld festgelegt worden. Ich habe daher die Termine ohne Zeitpuffer geplant.

Hin und wieder genieße ich die unaufgeregte Routine solcher Arbeitstage. Aber an diesem Montagmorgen, Anfang Mai 2020, sollte mich mein erster Patient doch tatsächlich aus dem Takt bringen.

Der Patient, der mich überraschte

Für gewöhnlich kommt mein Patient, Ende 70, nennen wir ihn Erwin, zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin. Wenn ich ihm öffne, erklärt er sofort verschmitzt: „Ich weiß, ich bin mal wieder zu früh dran. Aber ich kann es einfach nicht lassen.“ Man kann ihm nicht böse sein.

„Das macht überhaupt nichts“, entgegne ich in diesem Fall immer. „Kommen Sie herein und fühlen Sie sich wie zu Hause.“

Erwin geht dann in das Behandlungszimmer und macht es sich sofort auf der Massageliege bequem. Er freut sich auf die monatliche Fußreflexzonenmassage. Seit ich ihn von einem früheren Leiden mit eben dieser Methode befreit habe, kommt er regelmäßig zur Behandlung.

„Damit ja nicht wieder etwas entsteht“, erklärt Erwin. „Und außerdem tut es einfach gut und entspannt rundum.“

Ich schalte in der Zwischenzeit die Entspannungsmusik ein und das Telefon aus und folge ihm in das Behandlungszimmer.

„Alles gut bei Ihnen, Frau Witschas?“ Er schaut mich an.

„Ja, danke. Alles bestens. Wie immer. Und bei Ihnen?“ Ich setze mich auf meinen Rollhocker.

„Danke, ich kann nicht klagen. Wenn es so bleibt, dann bin ich zufrieden.“ Entspannt lehnt er sich zurück.

„Na, dann hätten wir ja das Wichtigste für heute schon besprochen“, erwidere ich und beginne mit der Fußreflexzonenmassage.

Es ist ein kleines Ritual, das mit den Jahren entstand und das uns doch immer wieder schmunzeln lässt.

Heute ist jedoch alles anders

Es ist 7:50 Uhr. Ich warte. Es ist 7:55 Uhr. Ich warte noch immer. Es ist 8:00 Uhr. Ich frage mich gerade, ob ich noch warten oder ob ich Erwin anrufen soll, als es auch schon an der Praxistür klingelt.


Ich öffne und Erwin begrüßt mich mit den Worten: „Guten Morgen, Frau Witschas. Heute bin ich mal pünktlich.“

„In der Tat“, entgegne ich. „Ich dachte schon, Sie hätten den Termin vergessen.“

Ich stelle fest, dass ich ein wenig aus dem Konzept gekommen bin. „Machen Sie es sich doch bitte auf der Massageliege bequem. Ich bin gleich bei Ihnen.“

Schlaflos in Malsch

Als ich ins Behandlungszimmer komme, stelle ich fest, dass Erwin nicht auf der Liege zu finden ist, sondern auf einem Stuhl. Ich setze mich ihm gegenüber, und noch bevor ich etwas sagen kann, fragt mich Erwin, wie ich letzte Nacht denn geschlafen hätte.

Ich runzle meine Denkerstirn und schaue ihn verwundert an. Nachdem ich kundgetan habe, dass ich gut geschlafen hatte erfahre ich, dass er eine schlaflose Nacht hinter sich hat. Überhaupt hätte er seit einigen Nächten einen sehr schlechten Schlaf. Er wache immer um die gleiche Uhrzeit mit den immer gleichen Schmerzen auf.

Er wäre schon beim Hausarzt gewesen. Das Blutbild sei unauffällig. Jetzt hat er noch einen Termin beim Orthopäden. Aber er sei sich nicht ganz sicher, ob der ihm helfen könne.

Erwin schaut mich mit einer Mischung aus Verzweiflung und hoffnungsvoller Erwartung an.

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Fragen über Fragen

Wie ich ihm so zuhöre, bekomme ich das Gefühl, dass er etwas anderes auf dem Herzen hat als seine schmerzvoll durchwachten Nächte.

Vorsichtig beginne ich zu fragen: Wo verspüren Sie denn die Schmerzen? Wie stark sind sie? Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben? Um welche Uhrzeit genau werden Sie wach? Und wie lange geht das schon so?

Also erfahre ich von Erwin, dass er seit zwei Wochen nicht mehr durchschläft und immer um exakt vier Uhr morgens aufwacht. Die Schmerzen seien beidseitig. Als ich ihn auffordere mir zu zeigen wo genau diese Schmerzen sind, stelle ich fest, dass es die Nierengegend ist, die sich ihm mitteilt.

Ich überlege kurz:

Alle unsere Organe haben eine bestimmte Uhrzeit, in der sie sehr aktiv sind, und ebenso eine Uhrzeit, in der sie sozusagen „schlafen“.

Ich weiß auch, dass die Lunge zwischen drei und fünf Uhr morgens die stärkste Aktivität zeigt. Aber die Nieren arbeiten erst zwischen 17 und 19 Uhr auf Hochtouren.

Ich hatte das Gefühl, dass mir noch ein Puzzleteil fehlt, um das Ganze zu sehen.

Noch mehr Fragen

Als ich wissen will, ob ihm etwas Sorgen bereitet oder irgend etwas vorgefallen sei, das ihn beschäftigt, bekomme ich sofort zur Antwort, dass alles in Ordnung sei. Er hätte keine Probleme. Seiner Frau ginge es auch gut. Er hätte keinen Grund zu klagen.

Nachdenklich schaue ich ihn an. Mein Gefühl sagt mir, dass da noch mehr sein muss.

Ich gebe vor, sehr ratlos zu sein und schlage ihm vor, mal einen Blick in mein Buch zum Thema „Organuhr“ zu werfen.

„Die Lunge ist das Organ, welches für Mut, Distanz und Loslassen steht“, lese ich Erwin vor. „Und die Niere ist das Organ, das für Furcht, Angst und die Beziehung zu anderen Menschen steht.“

Die entscheidende Frage

Unschuldig schaue ich Erwin an und frage ihn: „Was war denn vor genau zwei Wochen Besonderes? Gab es vielleicht ein Erlebnis, von dem Sie sich nicht distanzieren können, weil Ihnen der Mut dazu fehlt?

„Ja, Sie haben recht“, meint Erwin. „Da gibt es schon etwas, das mich sehr belastet.“

Und jetzt muss ich keine Fragen mehr stellen, denn Erwin redet sich alles von der Seele.

Belastendes ganz einfach loslassen

Ich sehe, dass ihm nicht die Schlaflosigkeit Sorgen bereitet, sondern sein Gedankenkreisen um das Erlebte. Aus Erfahrung weiß ich, dass Erwin offen für Neues ist und schlage ihm vor, einfach ein Experiment mit mir zu machen.

Während er an sein belastendes Erlebnis denkt, führe ich eine Übung durch, die seine beiden Gehirnhälften sozusagen in „Gleichklang“ bringt. Dies führt dazu, dass das damit verbundene negative Gefühl sofort weg ist und man sich unmittelbar besser fühlt.

Ich lasse Erwin noch an einige andere Dinge denken, die in Zusammenhang mit dem Erlebten stehen und wiederhole die Übung noch mehrere Male.

Als wir uns verabschieden, meint Erwin, dass er sich doch tatsächlich schon viel besser und um ein ganzes Stück leichter fühlt. „Und das alles sogar ohne Fußreflexzonenmassage“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Der glückliche Patient

Seit diesem Tag schläft Erwin wieder jede Nacht durch, hat keine Schmerzen mehr und kann sich inzwischen gut distanzieren. Er genießt wieder die monatliche Fußreflexzonenmassage und ist ganz eins mit sich selbst.

Doch kürzlich meinte er: „Frau Witschas, Sie haben mir ja neulich so gut geholfen. Ich hätte da jetzt ein anderes Problem. Seit einigen Tagen weckt mich meine Katze jeden Morgen um exakt drei Uhr. Hätten Sie dafür vielleicht auch eine Lösung …?“

Wenn auch Sie Unangenehmes oder Belastendes loslassen möchten, helfe ich Ihnen gerne dabei. Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.

Es grüßt Sie herzlich
Susanne Witschas

Und hier geht es zu meinem Gesundheits-Blog
www.naturheilpraxis-witschas

(1) Ich soll einen Blog zum Thema „Gesundheitscoaching“ schreiben?

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Auch als Coach darf man ruhig die Hilfe eines anderen Coaches in Anspruch nehmen. In meinem Fall die eines Text-Coaches.

Herr Zahn berät Menschen, wenn es darum geht, stilvoller oder bildhafter oder ganz einfach ein bisschen professioneller zu schreiben.



Er zeigt, wie man an Worten und Formulierungen feilt, gibt Tipps zu Schreibtechniken und schafft es, dass sich die Gedanken seiner Klienten in Bilder verwandeln, die dann tatsächlich in Form von Worten ihren Weg aufs Papier oder auf den Computerbildschirm finden.

So weit, so gut. Eines Tages aber verlangte er etwas fast Unmögliches von mir. Ich sollte für meine Webseite ganz alleine und vor allem regelmäßig einen Blog schreiben. Natürlich über mein Thema, das Gesundheitscoaching!

Gesundheitscoaching kann ich. Aber darüber schreiben …?

Entsetzt schaute ich Herrn Zahn an. „Worüber soll ich denn einen Blog schreiben? Und wer würde den denn lesen wollen? Nein, so etwas mache ich nicht. Es gibt schon zu viele Blogs.“ 

Entschieden strich ich diesen Punkt von meiner To-do-Liste und schaute mein Gegenüber angriffslustig an. 

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Herr Zahn ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und hielt meinem Blick unbeeindruckt stand. „Natürlich werden Sie einen Blog schreiben“, sagte er. „Und zwar über Ihre Arbeit, über Ihre Erfahrungen mit Ihren Klienten und selbstverständlich auch über sich selbst. Damit geben Sie vielen Menschen eine echte Hilfestellung und vor allem Tipps zur Selbsthilfe. Teilen Sie Ihr Wissen, schenken Sie Begeisterung!“ Schmunzelnd lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. 

„Ich soll etwas über mich persönlich schreiben?“ Entgeisterung machte sich in meinem Gesicht breit. Das wird ja immer schöner, dachte ich. Wer mich kennt, weiß, dass ich von Natur aus zurückhaltend bin und ich mich in der Beobachter- und Zuhörer-Rolle sehr wohl fühle – nicht aber in der Rolle der Selbst-Präsentiererin! 

„Nein“, antwortete ich unmissverständlich. „Über mich persönlich werde ich nichts schreiben. Wenn ich schon einen Blog schreibe, dann wird es darin nicht um mich gehen, sondern um die Leserinnen und Leser. Nicht ich stehe im Mittelpunkt des Interesses, sondern immer mein Gegenüber mit seinem Thema!“ 

Herr Zahn sah mich nur schweigend an, und ich hörte mich etwas unsicher fragen: „Wie häufig sollte ich denn einen Blog auf meiner Webseite veröffentlichen …?“

„Zu Beginn würde ein Blog-Artikel pro Monat ausreichen – bis Sie sich ans Schreiben gewöhnt haben. Danach sollten es mindestens zwei pro Monat sein, gerne auch mehr.“ Mein Text-Coach schien außerordentlich zufrieden mit sich zu sein, hatte ich den Eindruck. Hatte er etwas bei mir erreicht, von dem ich da noch nicht mal wusste, dass er es erreicht hatte …?

Gibt es über Gesundheitscoaching noch etwas Neues zu berichten?

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Nun gut. Ich muss gestehen, dass Herr Zahn damals tatsächlich etwas in mir ausgelöst hat. Also sitze ich heute, an einem verregneten Samstagnachmittag, an meinem Laptop und erzähle Ihnen ungeniert diese Episode aus meinem Privatleben. Und wieder einmal habe ich gelernt: Sag niemals nie! 

Allerdings frage ich mich seit meinem Gespräch mit Herrn Zahn vor einigen Monaten, ob es zum Thema Gesundheitscoaching überhaupt noch etwas Neues zu erzählen gibt. Man könnte ja glatt den Eindruck haben, dass es im Augenblick irgendwie zum guten Ton gehört, zu einem Coaching zu gehen. Ging man früher zum Psychologen (ohne darüber zu sprechen), geht man heute zum „Coach“ und vergisst nicht, darüber nur ja auch in den sozialen Netzwerken ausführlich zu berichten. 

Ich frage mich: Möchte ich Teil dieser „Coaching-Szene“ sein? Was zeichnet einen Coach überhaupt aus? Sich selbst gut zu vermarkten? Über seine eigenen Erfolge zu sprechen und zu schreiben? Sich mit Prominenten fotografieren zu lassen und diese Fotos unübersehbar den (künftigen) Kunden vor Augen zu führen? 

Nein, ich glaube nicht, dass so etwas zu einem guten Coaching gehört. Für mich liegt der Schwerpunkt bei meinem Gesundheitscoaching in anderen Werten.

Ich möchte, dass meine (künftigen) Kunden wissen,

  • dass sie im Mittelpunkt stehen
  • dass ich ihnen eine lösungsorientierte Gesprächstherapie anbiete 
  • dass ich ihnen Werkzeuge an die Hand gebe, mit denen sie in Stresssituationen selbstbestimmt handeln können
  • dass ich ihnen helfe, die ganz eigene Lösungsstrategie für ihr Thema zu finden. 

Kurz gesagt:
Meine Kunden sprechen über

IHRE Erfolge

IHRE Gefühle

IHRE Erkenntnisse

Klappern gehört zum Handwerk – auch beim Gesundheitscoaching!

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Selbstverständlich ist es wichtig, dass man über seine Arbeit und in einem gewissen Maß auch über seine Erfolge spricht bzw. berichtet. Nur so findet man neue Kunden. 

Nachdem ich das eingesehen habe (danke, Herr Zahn), fällt es mir auch gar nicht mehr schwer, meine Gedanken zu Papier zu bringen und hin und wieder aus meinem privaten Nähkästchen zu plaudern.  Nach und nach werde ich Ihnen daher meine Gesprächsangebote und Methoden zum Gesundheitscoaching näher erklären und versuchen, Sie zum Nachdenken oder besser noch zum „Andersdenken“ zu motivieren. Vielleicht „entzaubere“ ich durch meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse auch die „Coaching-Szene“, im besten Fall helfe ich Ihnen, Ihr Misstrauen gegenüber des Gesundheitscoachings abzulegen.

Ist Gesundheitscoaching überhaupt etwas für Sie?

Vielleicht. Finden Sie es doch heraus, indem Sie schon jetzt eine der vielen Übungen, die ich Ihnen im Coaching zur Verfügung stelle, ausprobieren. Sie können diese Übung ganz für sich alleine machen oder gerne auch zusammen mit einem Menschen, dem Sie vertrauen und der offen für Neues ist.

Und so geht die Übung:

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  • Nehmen Sie bitte zwei DIN-A4-Blätter zur Hand. 
  • Schreiben Sie nun mit Bleistift auf das eine Blatt das Wort „Coaching“ und auf das andere Blatt das Wort „Psychotherapie“. 
  • Legen Sie beide Blätter mit der beschrifteten Seite nach unten auf den Fußboden. Wenn Sie die Übung alleine machen, dann schließen Sie jetzt die Augen und mischen die beiden Blätter bitte so lange, bis Sie nicht mehr wissen, auf welchem Blatt welches Wort steht. 
  • Überlegen Sie nun, welches Thema Sie innerlich derzeit gerade sehr beschäftigt. Es kann ein gesundheitliches Thema, ein zwischenmenschliches oder auch ein berufliches Thema sein. Was immer Sie möchten.
  • Als nächstes stellen Sie sich mit beiden Füßen auf eines der Blätter und fragen Sie sich dabei ganz bewusst: Hilft mir die Methode, auf der ich gerade stehe, eine Lösung für mein Thema zu finden?
  • Dann machen Sie diese Übung mit dem anderen Blatt Papier. 
  • Mit der Zeit spüren Sie, ob Sie sich auf einem der beiden Blätter Papier wohler fühlen als auf dem anderen. Manche Menschen verspüren sofort eine Reaktion, andere benötigen etwas mehr Zeit. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Die Wahrnehmungen können auch nur sehr leicht sein. Fühlen Sie einfach nur, was in Ihnen vorgeht und bewerten Sie nichts.

Spüren Sie einen Unterschied? Ja? Dann drehen Sie nun das Blatt Papier um, das Ihnen positive Gefühle oder Gedanken beschert hat. Diese Übung zeigt Ihnen, welche Methode  Ihnen am ehesten behagt – und ob das Gesundheitscoaching etwas für Sie ist. 

Es grüßt Sie herzlich
Susanne Witschas

Und hier geht es zu meinem Gesundheits-Blog
www.naturheilpraxis-witschas.de/blog