(5) Hypnose: Auf Spurensuche mit dem Unbewussten

In meinem Beitrag „Kinesiologie – Ihr Körper kennt die Wahrheit“ habe ich bereits darüber berichtet, wie Sie anhand Ihrer Muskelspannung erkennen können, was für Sie und Ihr Wohlbefinden gut ist. Heute möchte ich Ihnen eine weitere Methode vorstellen, mit der Sie eindeutige Antworten Ihres Unbewussten (auch: Unterbewusstsein) auf vorher gestellte Fragen erhalten.

Es geht um die Ideomotorik.

Was ist Ideomotorik?

Hierunter versteht man unwillkürliche Bewegungen, die durch Vorstellungen in Gang gesetzt werden. Diese automatischen Reaktionen und Bewegungen werden beispielsweise durch Emotionen (Gefühle) hervorgerufen und laufen ohne bewusste Wahrnehmung ab. Ein solches Phänomen kennen wir alle bzw. haben es schon bei anderen Personen beobachtet:

  • Das Kleinkind öffnet automatisch den Mund beim Füttern mit dem Löffel.
  • Ihr Beifahrer im Auto fährt aktiv mit, indem er beispielsweise unwillkürlich mitbremst.
  • Haben wir Angst, ziehen wir unmerklich unsere Schultern hoch.
  • Der Kegler versucht über seine Körperbewegung den Weg der Kugel zu beeinflussen.

Vermutlich stehen diese Bewegungsimpulse in Verbindung zu unserem Thalamus. Das ist ein Teil des Zwischenhirns, der auch als „Tor zum Bewusstsein“ bezeichnet wird. Der Thalamus bewertet ununterbrochen und entscheidet, was für den Organismus gerade wichtig ist.

Warum brauchen wir die Ideomotorik?

Die Ideomotorik ist immer dann wichtig, wenn Sie während einer Hypnosesitzung keine eindeutigen Antworten auf vorher gestellte Fragen erhalten. Dies kann verschiedene Gründe haben, auf die ich in einem späteren Beitrag noch eingehen werde.

Wenn Sie sich also während der Hypnosesitzung zum Beispiel die Frage stellen, ob es zu Ihrem Wohl ist, wenn Sie an Ihrem Thema arbeiten, erhalten Sie von Ihrem Unbewussten in der Regel eine Antwort. Manche Menschen sehen oder hören die Antwort, andere erfassen sie intuitiv.

Bleibt nun aber eine Antwort aus, können Sie auf ein ideomotorisches Zeichen zurückgreifen, das Sie vorher festgelegt haben. Sie können die Ideomotorik aber auch zusätzlich einsetzen, um die Antwort nochmals zu hinterfragen bzw. bestätigen zu lassen.

Erhalten wir auf alle gestellten Fragen eine Antwort?

Ja und nein. Sie erhalten immer dann eine Antwort von Ihrem Unbewussten, wenn die Frage, die Sie gestellt haben, mit Ihnen und Ihrem Thema zu tun hat.

Hier einige Beispiele, auf die Sie eine Antwort erhalten:

  • Sie leiden unter Rückenschmerzen und möchten wissen, ob diese Symptome in Zusammenhang mit Ihrer Lebenssituation stehen.

  • Diffuse Angstzustände machen Ihnen zu schaffen, und Sie möchten wissen, ob es zu Ihrem Wohl ist, entweder nach der Ursache zu suchen oder sich auf eine Lösung zu konzentrieren.

  • Ihre berufliche Situation ist nicht zufriedenstellend, und Sie fragen sich, ob Sie sich beruflich umorientieren sollen oder nicht.

Auf Fragen, die etwa das Privatleben anderer Personen betrifft, erhalten Sie hingegen keine Antwort.

So legen Sie Ihr persönliches ideomotorisches Zeichen fest:

Setzen Sie sich bequem hin und lehnen Sie sich entspannt zurück. Sie können die Übung mit geöffneten oder auch mit geschlossenen Augen durchführen.

Stellen Sie beide Füße auf den Boden und legen Sie die Hände locker auf Ihre Oberschenkel. Handflächen nach unten.

Atmen Sie einige Male tief und ruhig ein und aus.

Jetzt heben Sie beide Unterarme hoch, sodass sie einen 90-Grad-Winkel bilden. Die Hände hängen ganz entspannt herab und erinnern an sogenannte „Bärentatzen“. Die Schultern sind locker und entspannt.

Bitten Sie Ihr Unbewusstes nun, Ihnen anhand einer Bewegung zu zeigen, wie eine „JA-Antwort“ aussieht.

Möglicherweise geht ein Arm nach oben oder nach unten. Es kann sich auch nur die Hand bewegen. Es kann sein, dass sich beide Arme bewegen, entweder nach oben oder nach unten oder auch voneinander weg oder zueinander hin. Und noch viele weitere Varianten.

Lassen Sie sich Zeit und nehmen Sie einfach wahr, was passiert.

Bitten Sie ihr Unbewusstes nun, Ihnen anhand einer Bewegung zu zeigen, wie eine „NEIN-Antwort“ aussieht.

Auch hierbei sind wieder mehrere Reaktionen möglich.

Die Ideomotorik funktioniert auch im Alltag

Wenn Sie ihr individuelles Zeichen gefunden haben, können Sie gerne damit experimentieren, um mehr Sicherheit zu gewinnen.

Stellen Sie sich Fragen, die eindeutig mit JA oder NEIN zu beantworten sind. Sie könnten Ihr Unbewusstes beispielsweise fragen, ob Sie eine Frau oder ein Mann sind. Ob Sie verheiratet, geschieden oder ledig sind. Ob Sie Kinder haben oder Geschwister. Sie können fragen, ob Ihr Sofa schwarz oder grau oder blau ist. Oder ob im Kühlschrank Butter liegt. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was tun, wenn die ideomotorische Antwort nicht konstant ist bzw. Sie keine erhalten?

Dann ist entweder ein „innerer Saboteur“ am Werk, oder Sie gehören zu den Lesern, die mit der „Bärentatzen-Methode“ kein ideomotorisches Zeichen festlegen können.

Aber wie sage ich immer: Es gibt für alles eine Lösung!

Auf den „inneren Saboteur“ gehe ich in einem meiner nächsten Beiträge näher ein.

Allen anderen Lesern kann ich in der Zwischenzeit nur raten, sich beim Finden ihres ideomotorischen Zeichens Unterstützung zu suchen. Am besten natürlich bei einem Therapeuten oder Coach, der mit dieser Methode vertraut ist.

Und seien Sie sicher: Bislang hat noch jeder sein persönliches Zeichen herausgefunden. Ein außergewöhnliches vielleicht oder eines, mit dem vielleicht von vornherein zu rechnen war. Auf alle Fälle aber wird sich nach und nach jedem ein ideomotorisches Zeichen offenbaren, das zur Persönlichkeit und zum Unbewussten passt.

Gehen Sie neugierig und offen das Thema an und Sie werden viel Freude und Spaß damit haben.

Rufen Sie mich an, wenn Sie Hilfe brauchen. Ich bin gerne für Sie da.

Es grüßt Sie herzlich
Susanne Witschas

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